Shakra

Guter Hard Rock ist ein Kinderspiel!

Es gibt tatsächlich noch Platten, denen man vom ersten Song anhört, dass da etwas Besonderes auf die Hörer zukommt. Solche, die von Anfang an begeistern, fesseln und eine seltsame Magie ausstrahlen. Dass mir eine solche von den Riff-Rockern Shakra unter die Ohren kommt, hätte ich so schnell dann aber doch nicht erwartet. Klar, mit „High Noon“ im letzten Jahr bewiesen die Schweizer, dass es richtig war, den „verlorenen Sohn“ mit der Hammerstimme Mark Fox wieder in den Familienkreis aufzunehmen. Denn die wurde dann auch gleich mal die erfolgreichste Platte der Bandhistorie. Und nur ein Jahr später setzen Shakra mit „Snakes & Ladders“ aber so richtig einen drauf. Emotionaler, ehrlicher Hard Rock, der Melodien zum Niederknien en masse für die Luftgitarren-Spieler dieser Welt bereithält! Da passt es doch ganz prima, dass ich dem Frontmann mal etwas tiefer in den Zahn bohren darf …

Mark, ich habe mich in den letzten Tagen intensiver mit eurem neuen Baby auseinandersetzen dürfen. Ehrlich gesagt, und das soll jetzt bitte kein schleimiges Anbiedern sein, bekomme ich die Platte nicht mehr aus dem Player und viele Songs nicht mehr aus meinem Kopf. Ist euch bewusst, dass euch mit diesem Album der ganz große Wurf gelingen müsste (falls es so etwas wie Gerechtigkeit in der Musik geben sollte)?
„Danke schon mal für die Blumen, aber so klar ist es im Vorfeld einer Veröffentlichung nie! Ich sage mal so: Das neue Album ist ja zunächst immer auch das beste, gell? Nach einer Reihe von Shakra-Alben weiß man das aber nicht, bevor etwas Zeit ins Land gegangen ist, aber in diesem Fall haben wir schon ein gutes Gefühl. Ich persönlich brauche jetzt aber noch ein bisschen Abstand, nach den Aufnahmen bin ich sozusagen noch ein wenig betriebsblind. Aber ich freue mich natürlich über solch positive Reaktionen.“

Die Musik schrieben ja wie immer Thom und Thomas, während die Texte und Gesangslinien von dir selbst stammen. Logischerweise können wir jetzt nicht auf jedes Lied näher eingehen, jedoch möchte ich dich bitten, zum epischen Opener „Cassandra’s Curse“ und dem Titelsong ein paar Worte hinsichtlich der Texte abzugeben.
„Logo, ‘Cassandra’s Curse’ ist nicht nur der Opener, es war auch der erste Song, den wir ausprobiert haben. Ich hatte das Thema und den Titel schon mindestens zehn Jahre im Kopf, weil ich die Geschichte und die gesellschaftskritische Aussage cool finde. Cassandra war eine hübsche griechische Dame, die von einem Gott becirct wurde. Da sie ihn abwies, belegte er sie mit dem Fluch, dass niemand ihr zuhören würde. Und obwohl sie sehr klug war und über seherische Fähigkeiten verfügte, wurde sie vom Volk nicht ernst genommen. So sagte sie den Untergang von Troja voraus, der ja dann auch eintrat. Das kann man wunderbar auf die heutige Zeit übertragen, denn viele Leute hätten tatsächlich was zu sagen, aber man hört ihnen nicht zu. Nur die Lauten sind im Fokus! Im Grunde genommen eine tragische Sache.“

Ich hake mal kurz ein, weil ich bei diesem Thema voll auf deiner Wellenlänge liege. Ich erinnere nur an die Flüchtlingskrise, die von vielen Künstlern wie Herbert Grönemeyer oder Bono schon weit im Voraus gesehen wurde, doch unsere Politiker wollten das Problem nicht sehen und sonnten sich im Glanz der wachsenden Wirtschaft. Und selbst jetzt, wo das Kind schon längst in den Brunnen gefallen ist und noch viel mehr auf die Menschheit in Europa zukommt, wird den Leuten die heile Welt vorgegaukelt und Bauern suchen weiter ihre Frauen! Sorry, aber das musste mal sein, liebe Leser! Mark, was haben Schlangen und Leitern gemeinsam?
„In Deutschland kennt ihr doch das Leiterspiel, richtig? Gelangt man nach einem Würfelwurf an den Fuß einer Leiter, geht es aufwärts, und wenn man an die Spitze der Leiter kommt, geht es dementsprechend wieder runter. Bei uns in der Schweiz gibt es bei dem Spiel statt Leitern die Rutschen und in Amerika sind es die Schlangen, die den Spieler hinauf oder abwärts befördern. So kam es zum Titel ‘Snake & Ladders’, was man wunderbar auf das Leben an sich übertragen kann. Es geht immer rauf und mal runter, oder? Groß beeinflussen kannst du es nicht, denn die Würfel fallen sowieso, wie sie wollen. Manche sagen Schicksal dazu, mal geht es gut und mal halt schlecht. Deshalb haben wir jeder CD auch das Shakra-Spiel dazugelegt, dann können es die Fans selbst spielen, während sie die Platte hören!“

Die Würfel fielen mit deiner Rückkehr zu Shakra und „High Noon“ sehr gut für euch. Gab euch dieser Erfolg die nötige Sicherheit und Lockerheit für „Snakes & Ladders“ oder habt ihr einfach wieder bei null angefangen?
„Nein, ‘High Noon’ hat schon richtig Schwung in die Sache gebracht. Das Album und die Tour liefen hervorragend! Was auffiel, war die Tatsache, dass mehr Leute zu den Shows kamen als früher. Das war natürlich ein gutes Zeichen, denn das gibt eine gewisse Sicherheit im Rücken. Und so kam es, dass erstmalig für Shakra das Songwriting während einer Tour begonnen hat, Wir haben die positive Energie mitgenommen. Normalerweise hat der Prozess des Songwritings bei Shakra immer nach einer Tournee begonnen, von daher wurde schon etwas verändert, was sich auch positiv auf unser Zusammengehörigkeitsgefühl ausgewirkt hat.“

Das hört man den neuen Songs wirklich an. Gab es viel Ausschlussware und wer entscheidet letztendlich, was auf Platte gepresst wird?
„Also diesmal haben wir gar nicht so viele Songs ausprobiert, viel weniger als bei ‘High Noon’, zwanzig vielleicht insgesamt. Die Entscheidung ist grundsätzlich reine Bandsache. Klar werden unsere Frauen und engste Freunde nach ihrer Meinung gefragt, denn gerade Frauen haben ein Gespür für gute Songs, das sollte man nicht unterschätzen. Wenn man zu viel Auswahl hat, ist das auch nicht immer förderlich, da kann man sich leichter verzetteln.“

Was hast du damals eigentlich während deiner Pause bei Shakra gemacht? Ich habe nicht viel von dir gehört.
„Ich habe gar keine Pause gemacht, haha! Nein, ich habe zwei Alben rausgebracht, die jedoch bei euch in Deutschland leider nicht in physischer Form erschienen sind. Das war etwas schade, denn in der Schweiz waren beiden CDs recht erfolgreich, die erste war sogar auf Platz zwei! Da konnte ich mich musikalisch ein bisschen freier bewegen und mich nicht auf den puren Hard Rock festlegen. Ich mag ja ganz unterschiedliche Sachen, was ich mit den Solo-Platten auch ausleben wollte und konnte. Dieses Egoplay ist im Bandgefüge natürlich nicht so angebracht und wäre auch nicht förderlich.“
Text: Peter Hollecker
Pic by AFM Records

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