Tigersclaw 

Die Macht des Schicksals

In der letzten BO-Ausgabe hat das fantastische neue Album „Force Of Destiny“ unseren begehrten „Over The Top“-Award erhalten. Die Scheibe ist nun seit 15. Februar auf dem Markt, und ihr, liebe Leser, konntet euch inzwischen von der grandiosen Qualität dieses symphonischen Metal-Meisterwerkes überzeugen. 

Bei unserem Phoner gratuliere ich Tigersclaw-Mastermind Alexander Baier erstmal zu dem saugeilen Album und frage ihn, ob das Songwriting für „FOD“ anders war für ihn, denn die Musik für das Debüt „Princess Of The Dark“ war schon komponiert, bevor er Elena kennenlernte.

„Na ja, es war damals zum großen Teil schon im Kasten, diese Songs hatte ich dann, nachdem wir unsere Zusammenarbeit besiegelt hatten, nochmals speziell überarbeitet und auf Elena zugeschnitten. Es ist aber so, dass mir generell das Komponieren nicht schwerfällt. Ich nehme die Gitarre in die Hand und spiele irgendwas. Aus diesem Rumklimpern entwickelt sich irgendwann eine coole Melodie, von der ich denke, da könnte man was draus machen. Die nehme ich dann gleich mit dem Handy auf. So sammelt sich dort einiges an, das ich dann irgendwann mal in aller Ruhe anhöre und entscheide, ob ich da was draus mache oder nicht. Also hat sich an meiner Art des Songwritings eigentlich nichts geändert. Aber die Kompositionen passen absolut perfekt zu Elenas wunderbarer Gesangsperformance.“

 Das kann ich bestätigen! Hey, da ich euch auf Facebook verfolge, weiß ich, dass ihr Elena inzwischen persönlich kennengelernt habt. Es gibt einige schöne Bilder von Elena, Ralf und dir beim Sightseeing! Wie war denn euer erstes Zusammentreffen?

„Oh, das war echt cool! Ich habe sie in Stuttgart am Flughafen abgeholt. Das Gefühl vorher war ganz komisch, denn man geht da natürlich mit einer gewissen Erwartungshaltung hin. Wir hatten sehr viel übers Internet miteinander kommuniziert, eine erfolgreiche gemeinsame Platte auf dem Markt, uns aber noch nie persönlich getroffen. Die Anspannung und die Vorfreude waren groß! Unser erstes Treffen Face to Face war unheimlich schön. Elena ist eine unglaublich nette Person, ganz natürlich, wirkt gar nicht abgehoben, und hat eine sehr herzliche Art. Sie war eine gute Woche hier. Wir haben dann so eine bunte Mixtur aus Business und Sightseeing gemacht. Fotoshootings, Label besucht, bei mir im Studio geprobt, das ganze Album mal durchgespielt, das hat richtig Spaß gemacht. Bei mir in der Gegend gibt’s ein paar tolle Sehenswürdigkeiten zu sehen, wie Burg Hohenzollern und noch ein paar andere Sachen. Tübingen und Stuttgart haben wir Elena auch präsentiert. Das war eine ganz tolle Zeit, die viel zu kurz und viel zu schnell vorbei war. Das Schönste für mich war zu realisieren, dass ihr Herz total für Tigersclaw schlägt. Es war so toll, als wir miteinander gejammed haben, das hatten wir ja bisher nie. Ihre direkten Reaktionen auf meine musikalischen Ideen auf ihrem Gesicht zu sehen, und wie sie da so zwischenreinträllert und ihren wunderbaren Gesang dazu direkt einbringt, das ist eine ganz andere Erfahrung, als nur über Files miteinander zu musizieren.“ 

Irgendwie höre ich da bei dir raus, dass du Elena auch mal gerne in Moskau besuchen würdest.

„Das werden wir bestimmt irgendwann mal machen. Der Ralf kommt dann natürlich auch mit. Das Ganze wäre mit einem großen finanziellen Aufwand verbunden, wenn wir unser Equipment mitschleppen würden, um zusammen Musik zu machen. Es ist einfacher, wenn sie für Videodrehs und so hierher kommt, sie muss nur sich selbst mitbringen. Auf jeden Fall haben wir so einen Trip vage in Planung, aber konkret ist noch nichts.“

 Eure Plattenfirma wird euch da gewiss unterstützen. Wie erfolgreich ist „Princess Of The Dark“ eigentlich auf dem heißumkämpften Markt?

„Das wäre cool, mal schauen. Über Verkaufszahlen oder so kann ich dir gar nichts sagen, ich weiß nur, dass das Label mit dem Erfolg zufrieden ist. Dann sind wir das natürlich auch. Ich weiß, dass wir im Genre Top-Act-mäßig ganz oben mitspielen. Mit der neuen Scheibe geht’s auch schon richtig ab. Bisher ist ja nur die Single ‘Force Of Destiny’ erschienen, aber was wir jetzt in Spotify und den sozialen Netzwerken mitbekommen geht’s da gut ab mit positiven Reaktionen und Kommentaren. Haha, und außerdem hatten wir schon eine Super-Review in euerm schönen Magazin! Danke dafür! Es wäre irgendwie auch enttäuschend, wenn nach all dem Herzblut und der vielen Arbeit, die in dem Projekt stecken, nur verhaltene Reaktionen kommen würden. Diverse Radiosender promoten uns auch wieder, und auch deren Begeisterung für die Scheibe ist richtig geil! In den etablierten großen Sendern unterzukommen ist verdammt schwer, aber wir haben inzwischen ein lokales Management, von dem ich ganz schön durch die Gegend gescheucht werde.“ 

Das wirft die Frage auf, ob es nicht angedacht ist, das Album auch live zu promoten. Fans, die Tigersclaw kennen und lieben, sind sowieso scharf auf eine Live-Performance von euch. Dass dieses Ansinnen ein schwieriges Unterfangen darstellt, ist mir vollkommen klar.„Nun, wir haben das auf jeden Fall ins Auge gefasst. Das ist ein größerer Act, ein solches Live-Project zu stemmen. Du kennst unsere Alben, da sind unwahrscheinlich viele Gitarren drin. Wir können uns nicht einfach mit ’nem Schlagzeug, ’ner Gitarre und ’nem Bass und irgendeinem Keyboarder, der im Hintergrund spielt, auf die Bühne stellen. Die Chöre von Elena sind teilweise neunstimmig. Wenn man das mit dem fetten Sound der Alben vorführen möchte, brauch man einiges an Aufwand, an Musikern, an Equipment und so weiter. Elena muss natürlich auch von ihrem Engagement in Moskau freigestellt werden, wobei sie sich schon bereiterklärt hat, hier einzufliegen, falls ein solches Projekt ansteht. Für einen Gig in einer Bierkneipe in Stuttgart geht das nicht, da muss dann schon eine größere Location her. Man muss sich im Vorfeld sehr gut überlegen, ob sich der immense finanzielle Aufwand für eine Live-Produktion lohnt.“

 Da hast du recht, zumal man nie vorhersagen kann, wieviel Tickets sich absetzen lassen. Das neue Album habt ihr „Force Of Destiny“ getauft, weil die Macht des Schicksals euch zusammengeführt hat!

„Genau, der Text des Titelsongs verarbeitet genau dieses Schicksalshafte Zusammentreffen. Und in ‘Tigersclaw’ sind Antworten auf Fragen, die wir von Journalisten und Fans gestellt bekommen haben, quasi eingebaut: Ich bin der ‘Sound From Hell’ und Elena ist die ‘Voice Of Russia’. Das ist schön doppeldeutig, denn für mich war sie von Anbeginn an die Stimme aus Russland, als ich noch gar nicht wusste, dass sie bei dieser Sendung sehr erfolgreich mitgemacht hat. Wir haben uns einfach gesucht und gefunden. Wir haben beide lange gesucht, trotzdem war es eine Fügung des Schicksals, dass wir uns in den unendlichen Weiten des Internets gefunden haben. Wir haben die gleichen Vorstellungen, wie unsere Musik klingen soll, wir verstehen uns blind, und das ist einfach ein großes Geschenk, für das ich sehr dankbar bin. Das wird auch in den Texten verarbeitet.“

 Die Songtitel und die Lyrics sind oft sehr Schicksalsschwanger. Woher nimmst du die Inspiration dafür?

„Zuerst schreibe ich immer die Musik. Wenn die komplett mit Schlagzeug eingespielt ist, höre ich die Songs intensiv an. Erstmal suche ich verschiedene Wörter, die zum Refrain passen, schaue, wie man die Silben setzt. Wenn ich zwei Zeilen vom Refrain habe, bastele ich drum herum eine Story, die zum Charakter des Stückes passt. Das geht recht schnell, da ich eine rege Fantasie habe. ‘The Fallen Queen’ handelt von einer Königin, die verstoßen wurde. Sie lässt ihr Leben Revue passieren, ihr einziges Manko war, dass sie dem König keinen Sohn gebären konnte. In ‘Kingdom’s Pride’ geht’s darum, dass Söhne im Krieg verheizt werden, um den Ruhm und Reichtum des Königreiches zu mehren. Es geht um die Sinnlosigkeit des Krieges und lässt sich in die heutige Zeit übertragen.“

 Meiner Bitte an Tiger, die Mailerfragen, die ich für Elena vorbereitet habe, an sie weiterzuleiten, kommt er gerne nach:

 Liebe Elena, wie war es für dich Tiger und Ralf in Deutschland das erste Mal zu treffen?

„Zunächst vielen Dank für die interessanten Fragen und die Anerkennung unserer Musik. Wir lieben euer Magazin und es ist eine große Freude, ein solches Interview zu geben. Es war eine tolle Zeit, als ich letzten Sommer das erste Mal meine Lieblingsmänner Ralf und Alex traf. Alex brachte einen Blumenstrauß mit, das war so süß. Er merkte an, dass ich eine so kleine Person sei und dass es erstaunlich sei, dass so ein zerbrechlicher Körper eine so große Stimme hervorbringen kann. Das sagen Leute oft, wenn sie mich das erste Mal persönlich sehen. Mit den Blumen in meinen Händen fühlte ich mich wie eine Prinzessin, umgeben von Sorgfalt! Bei unseren Ausflügen auf mehrere Burgen wurde mir klar, dass sowohl unsere dunkle Prinzessin als auch die weiße Königin, das Covermotiv des neuen Albums, hier leben. Es war wundervoll, ich möchte gerne wiederkommen.“

Text: Martin Pietzsch

Pic: 7hard Music

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