Peter Frampton Comes (not) Alive … again 

Der Gitarrenkünstler macht mit dem neuen Album „All Blues“ verstärkt in Blues Rock 

Live-Alben sind zuweilen zu wahren Kult-Dokumenten in der Diskografie eines Künstlers geworden. Egal ob „Absolutely Live“ von den Doors, „Kiss Alive“, Deep Purples „Made In Japan“ oder „Frampton Comes Alive“ von Peter Frampton – die Live-Songs auf diesen Alben übertrafen ganz oft ihre Studioversionen in puncto Intensität und Atmosphäre. Framptons Mitschnitt aus dem „Winterland San Francisco“ hat bis heute einen ganz besonderen Status inne. Lange galt es als das meistverkaufte Live-Album in den Vereinigten Staaten. Bis heute wurden mehr als 17 Millionen Exemplare davon verkauft. Neunzehn Jahre nach Erscheinen des Werks 1976 machte sich Frampton mit dem grandiosen „Frampton Comes Alive II“ 1995 selbst noch einmal Konkurrenz und knüpfte an seine größte Zeit in der Populären Musik, den 70er Jahren an.

 Der Singer/Songschreiber und Gitarrenvirtuose Peter Frampton, der am 22. April 2020 seinen 70. Geburtstag feiert, hat seitdem viel erlebt und gehört zu den bedeutenden Protagonisten der Rockgeschichte, der viel zu erzählen hat. Anlässlich des am 7. Juni erschienenen Albums „All Blues“ stand er gerne Rede und Antwort …

 Für „Comes Alive II gastierte er 1995 nicht im „Winterland“, sondern im legendären „Fillmore West“. „Comes Alive II“ war eine zündende Mischung aus neueren Erfolgen wie „Day In The Sun“ und unverzichtbaren Frampton-Klassikern wie etwa „I’m In You“. „Comes Alive II“ enthielt zur damaligen Zeit auch unveröffentlichte Titel. Damit stand „Frampton Comes Alive II“ ganz in der Tradition des Vorgängers, der Songs wie zum Beispiel „Show Me The Way“ oder „Baby, I Love Your Way“ (1976 auf Rang 12 der US-Charts) ebenfalls zuerst in Live-Fassungen vorstellte, bevor sie auf Studioalben erschienen.

„Comes Alive III“ wird es nicht mehr geben“, sagt Peter Frampton 2019. Doch dazu später.

 Der britische Musiker, der Mitte Zwanzig in den USA schon Superstar-Status hatte, blieb stets bodenständig und verbesserte permanent sein Gitarrenspiel. So machte er die sogenannte Voice-Box populär, eine Gitarrentechnik, bei der der Sound durch ein angeschlossenes Mundstück variiert wird und was auf „Show Me The Way“ gut nachzuhören ist.

 Als Zehnjähriger stieg er bei den Little Ravens ein. Während eines Schulkonzerts spielte die Formation als Vorgruppe von George & The Dragons, zu denen auch ein Schüler gehörte, der seinerzeit von Peters Vater unterrichtet wurde und später als David Bowie weltbekannt werden sollte.

 Der Einstieg ins Profigeschäft gelang Frampton ebenfalls im Eiltempo. Kaum achtzehn Jahre alt, unterschrieb er mit „The Herd“ den ersten Plattenvertrag. Songs wie „From The Underworld“ und „Paradise Lost“ gerieten zu Millionenerfolgen. Die britische Presse kürte Frampton zum „Gesicht des Jahres 1968“. Auf Dauer befriedigte ihn die Rolle des Teenager-Idols mit der blonden Lockenmähne jedoch nicht. 1969 gründete er deswegen mit dem ehemaligen Small Faces-Sänger Steve Marriott die Band Humble Pie, eine Formation, die wegen ihrer prominenten Besetzung vom Start weg als Supergroup gehandelt wurde. Insgesamt fünf Alben spielte der Gitarrist mit Humble Pie ein. Im Oktober 1971 stieg Frampton aber aus, um seine Solo-Ambitionen zu verwirklichen.

 Sein erstes Solo-Album war „Wind Of Change“ betitelt und erschien 1972. Ringo Starr, Billy Preston und andere Session-Asse gaben sich bei den Aufnahmen die Klinke in die Hand. 1976 landete er schließlich mit „Frampton Comes Alive“ den Coup schlechthin.  

Am 29. Juni 1978 wurde Frampton auf den Bahamas in einen Autounfall verwickelt, bei dem er sich mehrere schwere Knochenbrüche zuzog. Monatelang blieb er zur Untätigkeit gezwungen, verordnete sich anschließend eine lange Kreativpause. Schließlich konzentrierte sich Frampton wieder auf seine Fingerfertigkeit – und wurde 1987 als David Bowies Leadgitarrist im Rahmen der Glass Spider-Tournee weltweit gefeiert. 1991 scheiterten vielversprechende gemeinsame Pläne mit Steve Marriott am plötzlichen Tod des alten Weggefährten. Umso drängender wurde Framptons Wunsch, endlich wieder Bühnenluft zu schnuppern. Dann war es endlich soweit. Zunächst wollte er sich auf kleine Clubs beschränken, doch das genügte bald nicht mehr. In New York brach der Gitarrist den Besucherrekord des Ritz, in anderen Städten gastierte er gleich im Stadion. Mitunter spielte er vor 15.000 Menschen und konnte dabei befriedigt feststellen, dass die Veteranen unter seinen Anhängern kräftigen Zuwachs durch eine neue Fan-Generation bekommen haben. Die Sechs-Wochen-Tournee dauerte schließlich sieben Monate.

 Ab 1997 gehörte Peter Frampton immer wieder mal Bill Wyman’s Rhythm Kings an oder tourte mit Yes oder Deep Purple als Special-Guest.

Seine heimliche Liebe zum Blues lebte er stets in seinen Konzerten aus. Jetzt legt der Brite, der in Nashville/Tennessee wohnt, das Blues-Album „All Blues“ vor. Darauf präsentieren Peter Frampton und die Bandmitgliedern Adam Lester (Gitarre/Gesang), Rob Arthur (Keyboards/Gitarre/Gesang) und Dan Wojciechowski (Schlagzeug) Neuinterpretationen von Framptons persönlichen Favoriten aus dem Blues-Kanon. Wie ist es dazu gekommen?

„Ich liebte es schon immer, Blues zu spielen. Als wir damals Humble Pie gründeten, haben wir anfangs nichts anderes gespielt. Und in den letzten zwei Jahren habe ich jeden Sommer, wenn ich Abend für Abend mit der Steve Miller-Band auf der Bühne stand, auch immer eine Handvoll Bluesnummern eingestreut. Mir hat das sehr viel Spaß gemacht, woraus dann die Idee entstand, so ein reines All-Blues-Album zu machen – und zwar live im Studio mit meiner Band. Die eigentlichen Sessions machten wir dann gleich im Anschluss an die Tour im vergangenen Jahr. Nach einer neuntägigen Pause kamen wir wieder zusammen und nahmen dann binnen zwei Wochen insgesamt 23 Titel auf, alles Live-Aufnahmen im Studio. Die Energie dieser Aufnahmen ist komplett anders als die von Stücken, bei denen man jedes Instrument für sich aufnimmt. Wir verneigen uns damit vor all den Ikonen, den Wegbereitern dieses Genres, die diese unglaubliche Musik erfunden haben. Hoffentlich hört und spürt man, wie sehr wir diese Sessions genossen haben – ich formuliere das so, weil ich nicht weiß, ob man beim Blues überhaupt vom ‘Spaßhaben’ sprechen kann. Es bestand auch die Idee, ein Doppelalbum herauszubringen. Die Plattenfirma aber meinte, zwei Blues-Alben wären schöner.“

Text: Prof. Dr. Christof Graf

Text: Tom Klaner

Pic: Chris Neely

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