Hammer King

Die den Hammer schwingen! 

Bei manchen Bands hat man das Gefühl, sie müssten eigentlich so ziemlich jedem Metaller gefallen, und dazu zähle ich spätestens seit dem aktuellen Album, welches aus Versehen gleich zwei Reviews in der letzten Ausgabe hatte (Reviews, Neudis Underground-Corner), auch Hammer King. Der Hauptangestellte des Hammer-Königs hört auf den martialisch klingenden Namen Titan Fox (Gesang, Gitarre), ist aber ganz heimlich ein netter und angenehmer Zeitgenosse … und waschechter Metalfan! 

Titan Fox, die meisten dürften dich als Sänger der Ross The Band kennen, zumal du ein Teil des Line-ups warst, als er quasi mit der Musik in Richtung Manowar wieder begonnen hat. Ist das für Hammer King ein Fluch oder ein Segen?

„Gekannt zu werden, kann nur ein Segen sein! Das ist für eine Band immer hilfreich. Musikalisch gesehen hat Ross The Boss damals voll zu mir gepasst und die Querverbindung passt daher nun auch zu Hammer King. Ich bin aber froh, dass wir bei Hammer King ausschließlich des Königs Songs spielen und für mich das Thema Covers somit vom Tisch ist. Das war zu RTB-Zeiten schon eher ein Fluch, auch wenn klar ist, dass seine Fans ihn die alten Songs spielen sehen wollen. Aber der Metal braucht eine Zukunft und somit Bands, die eigene Songs spielen“, gibt Herr Fox (nicht mit Samantha verwandt!) zum Besten.

 Doch auch vor der Ross The Boss Band warst du ja schon umtriebig. Welche Stationen möchtest du hier nennen? Und man sollte auch erwähnen, dass du aktuell auch bei Lord Vigo am Start bist.

„Der King ist ein eifersüchtiger Herrscher und hat mir verordnet, die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen. Lord Vigo stimmt natürlich, auch wenn wir mittlerweile an dem Punkt sind, wo ich nicht mehr viele Shows spiele, weil es zeitlich Überschneidungen gibt.

Ich bin da ganz offen, Hammer King ist die Band, auf die ich schon immer gewartet habe, daher liegt hier ganz klar die Priorität“, windet er sich aus dieser Frage und ich spiele mit, indem ich auf Seiten wie Encyclopedia Metallum verweise, wenn man es genau wissen möchte.

 Der Großraum Kaiserslautern ist in der Metalwelt nie so wirklich ins Auge gesprungen, es sei denn, man interessiert sich aktiv für die Szene. Mir fallen da dann eher diverse Punkbands ein. Woran liegt das?

„Dann ist es nun an der Zeit, dass sich das ändert! Auch wenn Hammer King natürlich aus dem Kingdom of Saint-Tropez stammen, so residieren wir doch regelmäßig in Barbarossas Stadt. Wir sind aber stark darauf aus, möglichst oft möglichst weit außerhalb zu spielen. Zurzeit erstreckt sich unser Einzugsgebiet von Österreich/Schweiz bis nach Belgien. Glücklicherweise fragen auch andere Länder immer wieder an, nur muss es dann eben auch noch umsetzbar sein.“ Auf das Thema Fußball und Kaiserslautern gehe ich mal lieber nicht ein, denn wer möchte schon einen Titanen erzürnen?  

Titan Fox, Hammer King ist dein Baby, aber dennoch eine richtige Band. War das von Anfang an so?

„Unser erstes Video („Kingdom Of The Hammer King“) zeigt die Legende der Band: Thy Majesty, The Hammer King hat die Band 1978 gegründet und dann direkt auf Eis gelegt. Dann hat er sich gezielt die richtigen Musiker ausgesucht. Daher sind wir eine echte Band, wir proben mehrmals pro Woche, sind also jederzeit komplett spielbereit für eine Zwei-Stunden-Show. Ebenso arbeiten wir immer entweder an neuen Songs oder an einem Demo für die nächste Platte – oder sind im Studio. Mehr Vollzeit geht gar nicht“, beschreibt er, wie umtriebig die Band ist.  

Mit Cruz Del Sur aus Italien habt ihr ein feines Label für euch gewinnen können. Der Inhaber, Enrico, macht nichts, was ihm nicht persönlich gefällt, und viele Fans vertrauen seinen Veröffentlichungen blind. Wie kam es zu dem Deal mit dieser Firma?

„Wir haben das erste Album aufgenommen, bevor wir einen Deal hatten, und haben danach einzig unser erstes Video ‘Kingdom Of The Hammer King’ veröffentlicht. Michael Kohsiek von Deaf Forever hat das Video sehr gemocht und uns Enrico und Cruz Del Sur Music vorgeschlagen – und vermutlich ihm auch uns vorgeschlagen. Ich hab Enrico dann kontaktiert und wir waren uns ganz schnell einig. Nun sind wir in seinem Œuvre fast ein bisschen exotisch, da wir doch kommerzieller ausgerichtet sind, als die meisten seiner Bands. Aber er steht voll hinter uns und der Verkauf von ‘Poseidon Will Carry Us Home’ lief sehr stark an, sodass er sich da auch bestätigt sieht“, erklärt Titan Fox die Verbindung ins schöne Rom.

 Ich teile die Metalszene instinktiv immer etwas auf. Da wären die Normalos (Wacken und Co.) und die Eingefleischten (Keep It True etc.), wobei das nicht wertend gemeint ist. Hammer King sehe ich musikalisch und von der Ausrichtung her irgendwo zwischen diesen Stühlen. Wo seht ihr euch, ausgehend von diesen Zielgruppen?

„Wir sind eingängig und massentauglich, aber ich bin ein ‘Eingefleischter’ – daher sind beides unsere Zielgruppen. Ich konnte mich noch nie zwischen Priest, Cirith Ungol und Helloween entscheiden, daher entscheiden wir uns auch nicht zwischen den Zielgruppen! The world is not enough“, sagt Titan Fox wenig, aber vielleicht auch zu Recht, wenig bescheiden.

 Das führt uns direkt zum Thema Schubladen, die ja auch praktisch und hilfreich sein können. Doom, Speed, Thrash etc., all das, und auch die Verbindungen der einzelnen Subgenres innerhalb des traditionellen Metal kann auch eine Hilfe sein, um Menschen für eine Band zu interessieren. Bei euch fällt mir allerdings nur ein Schlagwort ein: Heavy Metal! Wie siehst du das?

„Ich fand diese Subgenres schon immer schwierig. Klar, Thrash und Doom sind hilfreiche Wegweiser, der Rest ist für mich einfach Heavy Metal – und genau so sehe ich unsere Musik auch. Wir spielen Heavy Metal. Die Musik, mit der ich aufgewachsen bin, hieß damals auch einfach Heavy Metal. Ich habe seit jeher verweigert, Power Metal oder ähnlich genannt zu werden. Wenn man nur mal sieht, dass Judas Priest als Heavy Metal-Band Alben wie ‘Stained Class’, ‘Turbo’ und ‘Painkiller’ gemacht haben – so breit gefächert darf Metal sein, auch wenn Turbo recht gewagt ist. Ich hätte wohl besser ‘Sad Wings Of Destiny’ genannt.“

 Man könnte noch intensiver darüber reden und die Musik sezieren. Das möchte ich nicht, aber dennoch fällt auf, dass ihr weder das Kauzige von Bands wie Cirith Ungol, Manilla Road oder Brocas Helm habt, auf der anderen Seite höre ich auch keinen „Dienst-nach-Vorschrift-Metal“, wie sie viele Große aktuell fabrizieren oder wie man das von Acts wie Primal Fear oder Sabaton kennt. Auch hier die Frage: Wie ist die Ausrichtung von Hammer King? „Wir machen einfach“ lasse ich als Antwort nicht gelten!

„All music and lyrics given by The Majesty, The Hammer King. Wie auch immer er es macht, es wird wohl ein Geheimnis bleiben. Es war von vornerein unser Anliegen, Songs zu schreiben, die live total funktionieren. Je schneller ein Publikum unsere Songs inkarniert, desto besser. Je mehr das Publikum unsere Songs mitsingen kann, desto besser, denn eine Metalshow lebt ja von diesem Miteinander. Ich bin überzeugt, dass es möglich ist, Stücke zu schreiben, die sehr eingängig, aber deshalb nicht zwangsläufig platt und flach sind. Man muss aber sehr genau auswählen, welcher Song passt und welcher nicht. Was nicht passt, fliegt raus. Und bei der Arbeit am Demo müssen alle Details stimmen, jeder muss alles auf dem Schirm haben. Das ist dann echte harte Arbeit über viele Wochen.

Ein weiterer Grund, warum wir nicht nach ‘Dienst-nach-Vorschrift-Metal’ klingen, ist auf jeden Fall, dass wir uns Keyboards, Autotune und Trigger-Drums verweigern. Dadurch klingen wir eben auch anders als die breite Masse, auch wenn wir die mit unseren Songs voll treffen. Das ist die Prämisse seiner Majestät – vermutlich!“

Text: Andreas „Neudi“ Neuderth

Pic: Hammer King Band

 

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