Demon

Schwelgen in Nostalgie

Die britische Kultband Demon sind richtige Helden für mich. Schon das Debüt „Night Of The Demon“ hat mich völlig geplättet. Später hat mich „Breakout“ so begeistert, daß ich als Fan Sänger Dave Hill einen Brief geschrieben habe, den er sogar beantwortet hat. Weiter geht es mit diesem Meilenstein: Im legendären WOM Mannheim habe ich knapp 300 Import-Scheiben an die Leute gebracht; da ist echt jeder Musikfreak mit diesem Album raus marschiert, auch mein Schnuppel und andere spätere Schreiber unserer schönen Zeitschrift. Und meine erste Plattenkritik für das Break Out war natürlich Demons „Breakout“, somit verbindet mich sehr viel mit dieser Band. Und die absolute Krönung war natürlich die Tourbegleitung bei der „Taken The World By Storm“-Tour, davon später etwas mehr. Jetzt widmen wir uns dem neuen bärenstarken Demon-Streich „Cemetery Junction“, auf den wir nur vier Jahre warten mußten und keine sieben wie bei „Unbroken“. Natürlich wäre mir – wie in den glorreichen Zeiten – ein Album in jedem Jahr am liebsten, aber das ist heutzutage ja Utopie.
„Hi Chris, schön, wieder von dir zu hören“, meldet sich Dave. „Tut mir leid, daß du mal wieder vier Jahre warten mußtest, aber ich hoffe, daß es sich für alle gelohnt hat. Es besteht immer noch Nachfrage nach neuem Material von uns, so daß wir das Album für die Fans in möglichst vielen Formaten veröffentlichen werden. Später kommt auch noch Vinyl dazu. Und für mich selbst ist es immer noch ein absolutes Highlight, wenn etwas Neues von uns auf den Markt kommt. Für mich beinhaltet ‘Cemetery Junction’ all die Elemente, die den Stil von uns ausmachen: melodisch, heavy, progressiv, kommerziell, epische Songs mit Lyrics, die auch etwas zu bieten haben. Und das noch mit einer großen Produktion, wobei natürlich auch die Geduld und der Glaube von meinem langjährigen Freund und Manager Mike Stone eine große Rolle gespielt haben. Und bei den Texten beziehe ich mich eigentlich – wie du ja weißt – auf das reale Leben. Da verarbeite ich sehr viel, was ich in den Nachrichten so mitbekomme.“

Trotzdem gibt es noch Überraschungen. „Queen Of Hollywood“ ist sogar ein recht untypischer Song für euch, „Someone’s Warching Me“ könnte auch von „British Standard Approved“ stammen. Und der Hammer ist natürlich „Life In Berlin“ mit der deutschen Textzeile „Ich liebe dich“. Was fasziniert dich denn an Berlin? Ich denke, dein erster Besuch dort dürfte vor 27 Jahren auf der Tour gewesen sein, bei der ich ja ebenfalls dabei gewesen bin.
„‘Queen Of Hollywood’ und ‘Someone’s Watching You’ könnten auch auf vergangenen Alben stehen, aber ich erwähnte ja, daß wir die Songs als Mix aus allen Perioden von uns sehen. Wir haben in Deutschland so tolle Zeiten erlebt, Freundschaften geschlossen, so daß wir etwas wieder zurückgeben wollten, als ich mit Neil das Songwriting begann. Wir haben mehrere Städte in Betracht gezogen, aber irgendwie sind wir immer bei Berlin hängen geblieben, weil es sich auch richtig anfühlte. Und natürlich erinnere ich mich daran, wie wir gemeinsam vor dem Loch in der Mauer gestanden sind. Was für wunderbare und verrückte Tage!“

Live habt ihr euch allerdings ein bißchen rar gemacht, sieht man von Festival-Auftritten mal ab.
„Ich liebe es nach wie vor, live aufzutreten, aber ich muß auch aufgrund meines Alters etwas auf meine Ohren und auf meinen Körper aufpassen und ihn fit halten. Aber ich bin bereit, egal wo es uns bei einer Tour hinführen wird.“

Eine richtige Deutschland-Tour hätte was! So ein schönes Package mit NWOBHM-Bands, die momentan aktiv sind und ebenfalls tolle Alben am Start haben, etwa Tygers Of Pan Tang, Praying Mantis oder Quartz. Wäre doch interessant, oder?! Besser als ein Iron Maiden-Gig! Und ich begleite euch wieder auf Tour!
„Da wäre ich auch sofort dabei! Wenn jemand Interesse hätte an so einer Tour in Deutschland oder Europa mit den Bands, die du gerade genannt hast. Wie wäre es denn, wenn euer Break Out das sponsert? Dann mieten wir uns wieder den gleichen Bus – den Black Death – von damals und gehen gemeinsam on the road. Wie wäre denn das, Chris? Hell revisited!“

Klingt verdammt gut, muß ich schon sagen! Was denkst du heute über eure erste richtige Tour durch Deutschland? Liegt ja immerhin schon 27 Jahre zurück. Neun Leute in einem kleinen Bus, wahnsinnige Fahrten vom Süden in den Norden, vom Norden in den Süden, schlimme Hotels wie in Ludwigshafen, ausgebombte Kühlschränke, weil man ja was für die Wegzehrung am nächsten Tag brauchte. Aber: Zu dieser Zeit waren wir alle noch jung und dachten, wir könnten echt die Welt im Sturm erobern. Für mich war das eine brillante Erfahrung und purer Rock ’n’ Roll!
„Über diese Tour“, schwelgt Dave in seinen Erinnerungen, „habe ich mich schon so oft mit Leuten unterhalten und kann davon nur schwärmen. Was für eine phantastische Zeit mit dir und der Band und Mike Stone als Fahrer von Black Death, mit Domain als Support. Wir haben Deutschland trocken getrunken, Hamburg Docks, dann die Fahrt hinten auf dem Truck Richtung Lübeck mit dem kaputten Black Death, der uns ja fast gekillt hätte, das Live-Album, die Fahrt nach Berlin, die Stadt, die niemals schläft. Oder als John Waterhouse den Blues angestimmt hat, weil wir Angst hatten, zu spät zum Gig zu erscheinen, was ja doch noch geklappt hat. Wir waren damals alle jünger und verrückter, was für eine großartige Zeit!“

Eine nette Idee wären auch mal Konzerte, bei denen ihr eure Klassiker-Alben komplett spielen würdet. Etwa „Night Of The Demon“ mit „The Unexpected Guest“, gern auch „Breakout“ mit „Taking The World By Storm“. Aber sehr am Herzen würde mir „The Plague“ liegen, weil es vom Konzept her klasse ist. Schon vor 27 Jahren wolltest du das verwirklichen. Außerdem wäre mal wieder Zeit für ein Live-Album und vor allen Dingen für eine geile DVD! Über dieses obskure Teil, das mal veröffentlicht wurde, schweige ich lieber.
„Ich würde echt gern die Alben, die du gerade erwähnt hast, in kompletter Länge spielen, aber bislang kam noch kein Promoter auf uns zu, der diese Idee für eine Tour hatte oder sie unterstützen würde. Aber mit dem Live-Album hast du recht ... Vielleicht ja wieder in Ludwigsburg! Und dann mit einer professionellen DVD!“
Text: Chris Glaub

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