Supernova Plasmajets

Pinkblaue Sonnenstürmer

Nach Gloomball und Beyond The Black kommt der nächste Kracher aus meiner Heimat Mannheim. Innerhalb von einem Jahr konnte ich die Supernova Plasmajets viermal in unserer Region begutachten, wo sie hervorragende Livequalitäten bewiesen haben. Dazu noch eine sehr gute EP als Eigenproduktion. Natürlich hat es mich gefreut, daß sie endlich ihr Debüt bei einem vernünftigen Label mit ordentlichem Vertrieb veröffentlichen. Habe zwar schon mit einem guten Album gerechnet, aber definitiv nicht mit so einer Killerscheibe, die mich komplett umhaut! Da wird Melodic Metal der 80er Jahre regelrecht zelebriert, was ja heute eine Seltenheit ist. Mich persönlich erinnert es an eine härtere Version von Lee Aaron in ihren Glanzzeiten, somit ganz klar unser Newcomer in dieser Ausgabe. Somit gleich über Facebook die Band kontaktiert, um ein persönliches Treffen zu engagieren, was auch problemlos drei Tage später geklappt hat. War eigentlich mal wieder kein richtiges Interview, sondern eher eine schöne Plauderei mit Frontröhre Jennifer Crush und Gitarrist Randy Stardust.
Das sind natürlich Pseudonyme, „weil das einfach zur Show gehört, genau wie wir uns mit Schminke zurechtmachen“, erklärt Jennifer.
„Man nimmt auch ein bißchen einen anderen Charakter an. Es ist zwar nicht so, daß ich etwas mache, was ich nicht selber bin, aber es ist schon ein anderer Teil von mir“, ergänzt Randy.

Alice Cooper läßt grüßen! Die Band existiert bereits seit 2010, allerdings gab es zig Besetzungswechsel, außerdem spielte man da andere Mucke, und der Gesang war in Deutsch. Mit der ersten Probe von Fräulein Crush vor so ziemlich genau vier Jahren fand ein Neuanfang statt, trotzdem wundert es mich, daß die Supernova Plasmajets erst vor so einem Jahr richtig aktiv wurden, und zwar in einem mörderischen Tempo, um es anscheinend allen zu zeigen.
„Es muß sich halt erst einmal entwickeln“, hat Jennifer als Antwort parat. „Die Texte wurden umgeschrieben, die Songs anders arrangiert. Neue Songs mußten auch her.“

Gut Ding braucht eben seine Zeit! Und wenn man so einen Erstling abliefert, dann hat man wohl alles richtig gemacht! Und was natürlich sehr wichtig ist, ist die Freundschaft der Bandmitglieder untereinander. So ein Fiasko wie bei Beyond The Black, wo die komplette Band von der Sängerin (oder vom Management) gefeuert wurde, ist bei den Supernovas natürlich kein Thema, auch hat man nichts mit der unsäglichen Popakademie in Mannheim am Hut.
„Ich möchte nicht mit jemanden auf Tour gehen, den ich nicht leiden kann!“ Verstehe Randy absolut! „Auf jeden Fall ist Freundschaft wichtig! Es gehört ja dazu, daß man sich untereinander gut versteht. Es muß menschlich und auch musikalisch passen. Bei uns war nie etwas gezwungen. Bei Beyond The Black ist es ja so ein Casting-Dings. Die müssen ja abliefern. Und wir können machen, was uns Spaß macht“, so Jennifers Statement.

Verblüffend ist jedoch die Tatsache, daß sich die Band dem Sound der 80er Jahre widmet. Randy ist Jahrgang 1984, Jennifer hat gerade mal 25 Lenze auf dem Buckel.
„Es gibt ja auch Bands wie Heat und Reckless Love, die sich an den 80er Jahren orientieren. die Vocals sind bei uns allerdings eher modern, eher so wie bei Paramore.“ Sehe ich zwar anders als der Flitzefinger an der Klampfe, aber egal. „Außerdem macht es Spaß, wenn man sich auf so eine Ära fokussiert. Auf der Platte haben wir auch Electro-Einflüsse, Samples und Keyboards, was einen modernen Touch mit sich bringt. Das werden wir auch verstärkt live einsetzen, zum ersten Mal am 24.2. bei der Releaseshow in Weinheim.“

Sehr cooler Termin, wo ich dabei sein werde. Ist ja auch der Veröffentlichungstag dieser Ausgabe.

Das Album würde übrigens in Eigenregie aufgenommen, was ja heutzutage keine Seltenheit mehr ist.
„Wir haben die CD selber eingespielt mit zwei Gastmusikern. Bei der Ballade ‘Hold You Close’ hatten wir jemanden, der Klavier spielt. Und das Gitarrensolo ist vom Beyond The Black-Gitarristen Nils Lesser, der auch das Mastering gemacht hat. Und mit dem Resultat sind wir dann shoppen gegangen.“

Bei den Songs und der tollen Produktion, wobei auch ein gewisser Hagen Grohe beteiligt war, ist es kein Wunder, daß mit AOR Heaven ein namhaftes Label gleich zugeschlagen hat. Die haben ja auch die Plasmafaves Reckless Love unter ihren Fittichen.
„Es ist auch sehr wichtig, daß ein Label versteht, was wir machen. Besser als ein riesengroßer Name, wo du dann abgezockt wirst.“

Da gebe ich Jennifer vollkommen Recht! Bleiben wir mal bei dem süßen Mädel! Sie hat ja eine richtige Powerstimme, auch ihre Performance auf der Bühne ist erstklassig. Vom Outfit ganz zu schweigen! Bislang immer mit Motörhead-Girlie auf der Bühne. Echter Lemmy-Fan, oder will man nur die älteren und harten Jungs heiß machen? „Beides!“ lacht sie laut los. Allerdings ist das Teil leider Geschichte, da man sich in einem neuen Bandoutfit präsentieren will. Seufz! Aber wenn sie mal wieder richtig authentisch auftreten möchte, da leihe ich ihr gern mein „Bomber“-Tourshirt, was älter als sie ist und nach 500 Waschgängen als Girlie definitiv durchgeht! Bei den Plasmajüngern gibt es auch Arbeitsteilung. Die Jungs machen die Musik, Jennifer ist für die Texte zuständig.
„Ich bekomme die Gitarrenriffs geschickt, höre sie mir tausendmal an. Dann bildet sich bei mir im Kopf eine Melodie, dann fällt mir ein Schlagwort dazu ein. So entsteht erst einmal der Refrain und später noch der komplette Text. Sind halt immer so unterbewußte Themen, da man etwas Alltägliches verarbeitet, Herzschmerz, Liebeskummer ... Kennt doch jeder! Verflossene Beziehungen, Drama.“

Überrascht mich jetzt echt! Das kenne ich nämlich aus der Sicht von Jungs, die es mit bösen Mädels zu tun haben! Aber ist vielleicht auch kein Wunder bei ihr, denn ihr musikalisches Vorbild ist – man höre und staune:
„HIM! Findest du das positiv oder negativ? Vielleicht kommt von daher mein Herzschmerz bei den Texten.“
Text: Chris Glaub

 

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