The Rods 

Der flotte Dreier  

Manchmal ist es einfach nur schön, wenn Dinge Bestand haben. Die Cover der ersten Alben von The Rods kenne ich noch aus meiner Kindheit, weil sie mich im örtlichen Plattenladen (Rheinelektra – kennt das noch jemand?) optisch fasziniert haben. Und die gleichen drei Herren schauen den Käufer der neuen Scheibe „Brotherhood Of Metal“ im Inneren des Digipack an. Ab und zu scheint die Zeit stehen zu bleiben.

 Trotzdem wirkt das neue Werk metallischer als die teilweise hardrocklastigen Frühwerke der Amerikaner. Hören wir mal bei Drummer und Produzent Carl Canedy nach, der sich im Verlauf erneut als Sympathiebolzen entpuppt.

„Es ist offensichtlich, dass wir schon immer auf heavy Musik gestanden haben. Während all der Jahre entwickelte sich die Band mehr in eine härtere Richtung. Das war nicht kalkuliert, sondern passierte aufgrund der vielen Liveshows, die wir gespielt haben. Es ist einfach kraftvoller, etwas Härteres zu spielen, wenn man vor einer wilden Meute auf der Bühne steht“, erklärt Carl, dessen Drumming in den Achtzigern sicherlich einflussreich auf kommende Generationen war und der aufgrund der aktuellen Ausrichtung der Band heute sicherlich nicht weniger zu tun hat.

Sehr straight und hymnenhaft ist stattdessen der titelgebende Opener, mit dem nicht nur latent an Manowar erinnert wird, sondern der die schwächelnden Kollegen mal eben vom Thron stößt.

„Vielen Dank für die positiven Worte! Ich glaube, dass das ein wichtiger Song in unserem Repertoire ist oder sein wird. Es wurde von der gesamten Band als Statement geschrieben und richtet sich an alle in der Metal-Gemeinschaft. Bei unseren Shows erleben wir ein starkes Band zwischen unseren Fans und uns, ja eigentlich allen Metalfans“, beschreibt Carl diesen durchaus für The Rods ungewöhnlichen ersten Song des neuen Albums, der ehrlich und nicht aufgesetzt wirkt.

 Dass die Metalszene etwas Besonderes ist, steht außer Frage. Was aber ist der Unterschied zwischen einem Rocker und einem Popfan?

„Ich habe immer den Eindruck, dass Metalfans etwas gemeinsam haben. Es ist egal, welches Genre bevorzugt wird, alle treffen sich am Ende unter dem großen Regenschirm namens Heavy Metal. Sie finden ihre Musik selbstständig, und wenn ihnen etwas gefällt, dann bleiben sie loyal, es sei denn, die Band verändert sich in eine weniger metallische, kommerzielle Richtung. Popfans sind eher einfach nur Hörer, die mal kurz etwas gut oder cool finden und dann weiterziehen“, stellt Carl richtig dar. Deshalb findet man am Kiosk auch das Break Out und ähnlich gelagerte Hefte, aber zum Thema Pop werden fast nur die Teenager bedient.  

Weiterziehen ist aber auch das Stichwort für „Brotherhood Of Metal“, denn nach dem genannten Opener erlebt man eher den typischen Sound der Band. Da frage ich mich, wie weit die Besetzung als Trio eine Rolle spielt?

„Trios haben allerhand Freiheiten, gleichzeitig auch ein paar Beschränkungen. Allerdings klingen The Rods nicht nach The Police und Anvil nicht nach Rush. David Rock Feinstein hatte schon immer einen Signature-Sound, beginnend mit seiner ersten Band Elf, die er mit seinem Cousin Ronnie James Dio betrieb. Auch ich habe meine Eigenheiten und ebenso Garry bei seinem Bass-Spiel. The Rods sind irgendwie bei diesem typischen Sound angekommen und ich glaube, wir könnten ihn noch nicht mal dann ändern, wenn wir es wollten. Jeder Einzelne ist also für das Ergebnis mitverantwortlich“, sagt Carl über den Drei-Mann-Betrieb und erwähnt nebenbei die wichtige Historie von Herrn Feinstein.  

Damit dürfte aber auch klar sein, dass der Umstand „Original Line-up“ ebenso eine Rolle spielt.

„Klar, denn wir spielen nun fast 40 Jahre zusammen. Das allein hat Auswirkung auf den Sound der Band“.

 Gerade in den letzten Jahren ließ sich das Triumvirat öfter mal in Europa blicken. Erkennt man Unterschiede zwischen den heimischen Fans und den europäischen?

„Ja, seit gut 10 Jahren sind wir regelmäßig bei euch unterwegs. Es ist schon immer ein zweites Zuhause für uns gewesen und wir haben viele Freunde, die man immer wieder trifft. Die US-Fans lieben Metal und sind fantastisch, aber wenn ich sicher sein könnte, dass dieses Heft nicht auch in den USA gelesen wird, würde ich nun auch euch als fantastisch bezeichnen“, lacht Carl und verhält sich diplomatisch.

 Dass der traditionell ausgerichtete Metal ein regelrechtes Comeback erlebt und immer mehr junge Fans daran interessiert sind, wer bereits in den Achtzigern oder sogar Siebzigern harte Klänge fabriziert hat, ist offensichtlich. Ich habe das weltweit festgestellt. Was glaubst du, ist der Grund dafür?

„Als Produzent habe ich ständig mit jungen Bands zu tun. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass sie sich auf die Hooks und Vibes der Achtzigermusik beziehen. Dieses eher organische Gefühl aus einer Zeit vor Pro-Tools sozusagen. Wenn eine Gruppe gleichzeitig in einem Raum Musik macht und aufnimmt, dann entsteht aus dieser Interaktion oft eine gewisse Magie und man geht auf die Performance des Anderen ein. Ein guter Song, der von passionierten Musikern gespielt wird, findet immer ein Publikum. Es ist auch ein Wiederentdeckungsfaktor im Spiel: ‘Was alt war, ist jetzt neu’. Oh, das ist gut, für diesen Satz möchte ich bitte Credits bekommen. Ich sollte in die nächste Druckerei gehen und Aufkleber davon drucken lassen“, amüsiert sich Carl.  

Die Achtziger werden ja im Zusammenhang mit Heavy Metal und Musizieren von vielen jungen Fans, die altersbedingt nicht dabei waren, heftig glorifiziert. Wie würdest du argumentieren, wenn wir von „besser und schlechter“ sprechen?

„Hm, also man kann Äpfel bekanntlich nicht mit Birnen vergleichen. Vieles wirkte freier, aber zeitgleich gab es auch Limitationen. Die Independent-Szene, wie wir sie heute kennen, existierte in dieser Form noch nicht. Man war also stets gezwungen, sich ein Label zu suchen und danach zu beten, dass das Album auch richtig promotet und behandelt wird, was wir noch gut kennen. Heute kann jeder günstiges Aufnahmeequipment kaufen und den Kram dann auf YouTube oder iTunes hochladen – ab dafür“, nennt Carl zwei signifikante Unterschiede. „Allerdings gibt es dadurch auch einen Haufen Lärm, der der guten Musik im Wege steht“, fügt er dann doch noch mit einem Holzhammer hinzu. Und der Mann hat recht!

Text: Andreas „Neudi“ Neuderth

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