Mayfair

Zu spät ... die Schluchtis kommen!!!

 Mayfair aus Österreich sind schon seit 1989 aktiv und werden meist dem Prog Rock-Genre zugerechnet, was allerdings so auch nicht stimmt. Lange Rede, kurzer Sinn, die sind einfach irre! Habe sie als Support von Velvet Viper im 7er Club in Mannheim kennengelernt, wo sie mich total umgehauen haben. Jetzt steht bereits das neue und bärenstarke Album „Frevel“ in den Startlöchern, und dazu holen wir uns sämtliche Informationen bei Gitarrist Rene Tiefenböck.

„Wir hatten ja nach einer längeren Pause vor sieben Jahren angefangen, wieder Songs zu schreiben. Schritt für Schritt haben wir daran gearbeitet, um uns zu entwickeln, um uns mehr und mehr zu finden. ‘Frevel’ hatten unser Sänger und ich schon vor Augen und in den Ohren, während wir am Comeback arbeiteten. Mit ‘Schlage’ und ‘Ghosts Inside’ sind dann zwei Alben entstanden, welche wir mit Herz und Inbrunst geschrieben und zelebriert haben. Doch uns war auch klar, dass wir die perfekte Konstellation noch nicht gefunden haben, um unsere musikalischen Träumereien zu verwirklichen. Mit Medi ist ein Bassist zu uns gestoßen, welcher unsere musikalischen Fantasien ins Uferlose treibt. Wir sind seither in der Lage, kompromisslos unsere Wege zu gehen, somit ist uns ein enormer kreativer Sprung gelungen. Musikalisch mag der Unterschied darin liegen, dass erstmals ausschließlich deutsche Texte zelebriert werden und wir im Vergleich zu den Vorgängern komplett auf Prog-Elemente verzichtet haben. Jedes unserer Alben hatte bislang einen völlig verschiedenen Hintergrund. Diesmal war das Ziel, Endsiebziger-Hardrock-Elemente mit unseren Mayfair-typischen Klängen zu vereinen, um so unserem Sänger die perfekte Plattform zu bieten, sich in Rage zu singen“

 Mein Fave auf dem Album ist ganz klar „Annelies“. Sehr eingängig und was für ein bitterböser Text, der auch so richtig furztrocken gesungen wird. Wie kommt man auf so Charaktere wie Annelies oder auch Evil Christine? Fiktion alles oder gar selbst erlebt?

„Ein bisschen selbst Erlebtes“, gibt Rene zu, „steckt möglicherweise immer drin. Marios Texte sind meist so geschrieben, dass jeder sie für sich selbst interpretieren kann. Während wir im Proberaum neue Songideen spielen, hat er meist schon im selben Moment ein Thema und schnell formt sich der Text und somit die Struktur des Songs.“

 Eure erste Single „Ungetaktet“, zu der ihr auch bereits vor längerer Zeit ein Video abgedreht habt, ist ein politisches Statement über eure Heimat und den Rechtsruck. Was sind die Auslöser dafür gewesen? Live präsentiert ihr den Song übrigens auch sehr intensiv.

„Musikalisch war es eine Herausforderung, den Song so zu gestalten. Intensiv war ja auch die Thematik, die uns täglich streift. Fast drei Jahrzehnte haben wir politische Aussagen vermieden, bis es auch einmal zu viel wurde. Jeder Bürger, der noch bei Verstand ist, sollte spätestens gestern anfangen zu hinterfragen, was aktuell so geschieht im eigenen Staat und was er vielleicht noch beeinflussen kann.“

 Wegen musikalischen und persönlichen Differenzen hast du ja bereits 1999 Mayfair verlassen, 2001 hat sich die Band aufgelöst. Was war damals los und wie kam es zu der Wiederbelebung 2009? Ist ja überraschend, denn wenn du keinen Stress mit Mario hattest, dann hättet ihr ja auch damals weiter machen können.

„Wir Jungs“, gräbt mein Sparringpartner tief in der Vergangenheit, „hatten von früher Jugend an beinahe jeden Tag miteinander verbracht, waren wie eine Familie. Irgendwann hatte die Musik allerdings nichts mehr mit Familie zu tun, weil es in eine Richtung ging, welche mir zu professionell erschien. Es fand viel im Kopf statt und nicht mehr in Herz und Bauch. Mit Mario hatte ich in meinem ganzen Leben noch keinen Streit. Er ist ein großartiger Freund, und ich habe ihn und seine Stimme stets vermisst und war ohne ihn nicht in der Lage, Musik zu machen. Bis ich ihm schließlich ein paar Ideen schickte und er sofort den Mayfair-Vibe spürte. Der Rest ist Reunion-Geschichte.“

 Wie ist euer Status in der Heimat? Der Prophet im eigenen Land?

„Hmm“, gerät der Gute ins Grübeln, „es ist ein Auf und Ab hier. Mal sind wir für den Amadeus nominiert und füllen die Klubs, treten im Fernsehen auf, werden von den Medien gepuscht ... und übermorgen interessiert sich keiner für dich, wirst vom Radio verweigert und bekommst keine Shows.“

 Ihr wart mir ja auch die ganze Zeit unbekannt, was sich dank des Velvet Viper-Gigs im 7er Club geändert hat. Ihr habt zwar stilistisch überhaupt nicht zur „Dramaqueen“ gepasst, aber mich habt ihr weggeblasen ... Andere waren sicherlich etwas verstört!

„Hahaha, das ist herrlich! So etwas hören wir oft, zumal wir gern mit eher unpassenden Bands spielen. Es ist immer ein Riesenspaß, mit solchen Legenden aufzutreten. Da haben wir ausschließlich gute Erfahrungen gemacht. Und der 7er Club ist unsere Lieblings-Location in Deutschland. Das Team dort, der Sound und die großartigen Besucher haben uns jetzt schon zum zweiten Mal schwer beeindruckt.“  

Beeindruckt bin ich von der Tatsache, dass ein Teil eures Fanclubs mit dabei war, wobei einige Fahrten von 700 Km in Kauf genommen haben.

„Das erleben wir oft, dass viele Menschen extrem weite Reisen unternehmen, um mit uns die gegebene Zeit zu verbringen. Es ist ein Phänomen, welches uns schon viele großartige Momente bis hin zu Freundschaften gebracht hat. Das liegt auch daran, weil wir sehr rar auf den Bühnen sind und es dadurch gerne mal zu tollen Treffen mit Freunden und Band kommt.“

 War ja im Backstage-Bereich, weil ich Jutta Weinhold schon gefühlte tausend Jahre kenne. Da habe ich mich kurz mit Mario unterhalten mit seinem lustigen Dialekt, nach der Show auch noch mal. Sehr freundlicher Mensch ... aber auf der Bühne ein Psycho vor dem Herrn!!!

Da lacht Rene laut los. „Keine Bühne ist eigentlich groß genug für ihn. Er lebt und zelebriert seine Texte mit 120 % Ehrgeiz. Und je besser wir Instrumentalisten spielen, desto mehr wird er der ‘... vor dem Herrn’.“

Text: Chris Glaub

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