Burning Rain

 „Ich glaube, die Wellen verschlingen

Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Loreley getan.“

 Dieses Zitat aus Heinrich Heines „Loreley“ handelt nicht etwa vorausschauend vom eventuellen Untergang eines bekannten Supermodels oder dem Ende eines Titanen im Fußballtor, nein, es beschreibt die allseits bekannte Sage um eine hübsche Maid namens Loreley, die wohl einst auf einem Felsen hoch über dem Rheinufer saß und mit ihrer betörenden Stimme und mit lieblichem Gesang die Schiffer in ihren Bann zog und so deren Kähne zum Kentern brachte.

 Im Falle von Burning Rain, einer amerikanischen Hard Rock-Band, die seit mittlerweile 1998 im Rockgeschäft unterwegs ist und bislang drei Studioalben veröffentlichte, greift allerdings keine Loreley zum Mikrofon, sondern der sympathische Keith St. John aus dem Großraum Los Angeles.

 Hinter Burning Rain verbirgt sich keine No-Name-Truppe, sondern das gemeinsame musikalische Baby des Ex-DIO-, Ex- Whitesnake- beziehungsweise The Dead Daisies-Gitarristen Doug Aldrich, welches er zusammen mit eben diesem vorgenannten Sänger Keith St. John ins Leben rief. Sobald es der jeweilige proppevolle Terminkalender der beiden Vollblutmusiker zulässt, verschanzen sie sich ab und zu miteinander im Studio. Dies geschah bisher mit jeweils wechselnden Besetzungen an Bass und an den Drums. Im Frühjahr dieses Jahres folgte mit „Face The Music“ endlich das zwischenzeitlich vierte Burning Rain-Studiowerk, und wie sollte es anders sein, sind mit Brad Lang am Bass und Blas Elias am Schlagzeug neuerlich zwei neue Gesichter an eben diesen Instrumenten anzutreffen.

 Der sympathische Keith St. John selbst war übrigens schon in Diensten mehrerer Rock-Formationen, wobei sein hauptsächliches Engagement von 1998 bis 2012 seinem langjährigen musikalischen Weggefährten Ronnie Montrose galt. Leider ist eben dieser superbe Gitarrist im März 2012 viel zu früh von uns gegangen. Aber auch Keiths Gastspiele bei den L.A. Guns, Lynch Mob oder eben als Sänger bei Kingdom Come bleiben nach wie vor unvergessen. Wie mir Keith selbst live aus L.A. versichert, stehen dieses Mal für Burning Rain die Zeichen definitiv auf Sturm. Die Musiker möchten endlich weg vom Image einer reinen Projektband hin zu einer richtigen Band, die auch endlich wieder gemeinsam auf Tour gehen soll.

 Wieso wurden denn die Posten an Bass und Drums erneut frei und wie sind die Jungs auf die neuen Musiker Brad Lang und Blas Elias aufmerksam geworden?

„Als Doug und ich uns endlich auf ein gemeinsames Zeitfenster einigen konnten, um wieder eine neue Burning Rain-Scheibe fertigzustellen, mussten wir allerdings leider feststellen, dass unsere bisherigen Mitmusiker, Drummer Matt Star und Bassist Sean McNabb, leider keine Zeit hatten für uns. Matt Star ist sehr beschäftigt mit Mr. Big, und Sean McNabb steckt gerade mitten in den Vorbereitungen eines neuen Lynch Mob-Albums. Wir mögen die beiden Jungs immer noch sehr und wir sind weiterhin gute Freunde, aber wir mussten relativ schnell eine Entscheidung treffen. Doug und mir war es nicht möglich, noch länger zu warten, bis vielleicht letztlich alle vier Musiker ein gemeinsames Zeitfenster gehabt hätten. In unserem Geschäft musst du nämlich immer weiterarbeiten und am Ball bleiben, da darfst du dir nicht zu viele und zu lange Auszeiten gönnen. Außerdem wollen wir endlich wieder mit einem neuen Studioalbum auf Tour gehen. Auch das wäre in absehbarer Zeit wegen der Verpflichtungen von Matt und Sean für uns als Band nicht möglich gewesen. Also brauchten wir zwei neue Musiker. Mit Brad Lang und Blas Elias haben wir eine tolle neue Rhythmusfraktion, es sind sehr gute und großartige Jungs, hervorragende Musiker und es ist sehr easy, mit ihnen gemeinsam Musik zu machen. Brad, der rund neun Jahre lang bei der bekannten Bay Area-Band Y+T spielte, kenne ich schon seit zehn oder fünfzehn Jahren, noch von meiner Zeit mit Montrose. Die Bay Area um San Francisco verfügt immer noch über eine gesunde Rockmusikszene und das mittlerweile seit den sechziger Jahren. Hier begannen unter anderem Santana, Jefferson Airplane, Journey oder eben Montrose ihre Karriere. Ich lernte Brad kennen, als wir mit Montrose einige Festivals spielten, und danach jammten wir immer wieder mal zusammen. Brad wirkt übrigens auch bei den Montrose Remembered-Live-Shows, die ich im Rahmen des NAMM Festivals in Los Angeles organisiere, mit und so wurden wir mit der Zeit gute Freunde. Er ist ein hervorragender Musiker, genau wie auch Blas Elias, der ebenfalls unsere erste Wahl war und auf unsere Anfrage hin sofort zusagte. Wir mussten also für die Neubesetzung keine langwierigen Auswahlverfahren durchziehen, das ging alles schnell und reibungslos. Uns ist wichtig, dass Burning Rain nun eine richtige Band mit vier Mitgliedern ist. Wir möchten nun als richtige Gruppe auftreten und nicht mehr nur als Projekt mit stetig wechselnden Musikern.“

 Wo liegt für dich der Hauptunterschied von „Face The Music“ im Vergleich zum Vorgängeralbum „Epic Obsession“?

„Für meine Begriffe ist ‘Face The Music’ um einiges direkter und auch etwas härter ausgefallen. Die Arrangements sind eingehender und das Songwriting hat sich generell mehr hin zum Rock ’n’ Roll entwickelt. Die Texte sind nun ein bisschen leichter nachzuvollziehen und noch offener für eigene Interpretationen gestaltet.“

 Waren die beiden neuen Musiker denn auch schon in irgendeiner Weise am Songwriting der neuen Titel beteiligt?

„Nein, zum Zeitpunkt, als wir Brad und Blas engagierten, hatten Doug und ich bereits alle Tracks fertig geschrieben. Wir arbeiten im Grunde ständig an neuen Songideen, jedes Mal, wenn wir zwischen unseren anderen Aktivitäten ein bisschen Zeit dafür haben. Wenn wir dann endlich soweit sind, um uns zusammenzusetzen, um ein neues Album zu planen, vergehen oft Jahre und wir können dann eigentlich immer auf einen ganzen Katalog von Stücken zurückgreifen. Aber selbst als letztlich feststand, dass wir eine neue Scheibe aufnehmen werden, schrieben wir fleißig weiter an neuen Songs. Das hört irgendwie nie auf.“

 Wer hat letztlich den Track „Midnight Train“ als erste Single ausgewählt? Hierzu gibt es ein cooles Video zu sehen, genauso wie mittlerweile von „If It’s Love“ und „Face The Music“.

„Es gibt bei einem neuen Album immer mehrere Optionen für die Auswahl einer Single, so auch bei ‘Face The Music’. Du musst als Musiker deine Interessen mit denen des Labels abstimmen, denn die Leute dort haben ja auch eine gewisse Vorstellung davon, welcher Song als Single geeignet ist. Die Schnittmenge daraus liefert dann das Ergebnis. Ich bin mit der getroffenen Entscheidung zufrieden und einverstanden, der Titel ist sehr rockig und nachvollziehbar gestrickt, energiegeladen und mit einem eingängigen Riff beziehungsweise hartem Gitarrensound.“

Text: Tom Klaner

Pic: Jeff Forney

...........Fortsetzung im aktuellen BREAK OUT 03/2019 - ab sofort druckfrisch am Kiosk oder im Bahnhofsbuchhandel !!!
oder:

 



Hier unsere aktuelle Ausgabe 3/2019! Erhältlich für 3,90 Euro in allen gut sortierten Zeitschriftenläden und Bahnhofsbuchhandlungen!!!!!

Das nächste Heft erscheint am 30. August 2019!!!!


Für das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe klickt ihr bitte hier. Die Top-Themen des neuen Heftes findet ihr unter dem Navigationspunkt 'Themen'!
   
Hier findet ihr unsere vier aktuellen Tipps des Monats. Einfach auf die nachstehenden Links klicken und schon gehts los:
D.A.D.
Karo
Peter Frampton
Scalet Aura
   
Hier ist unser Search-Engine, mit dem ihr sämtliche Breakout-Seiten auf die Schnelle durchsuchen könnt.



 
   
 

ImpressumDatenschutz