Mos Generator

Musik als ständiger Begleiter

Doom, Stoner-Mucke, dazu tiefe Blicke in die Rock-Historie mit Akteuren wie Black Sabbath, Mountain und mehr: Dafür stehen Mos Generator. Vor 18 Jahren im Bundesstaat Washington gegründet, hat sich das Trio um Tony Reed vor allem in Europa eine treue Fan-Gemeinde erspielt. In „Shadowlands“ legt die Truppe, die in Tieftöner Sean Booth und Schlagzeuger Jon Garrett zur Blutauffrischung zwei neue Mitglieder in ihren Reihen hat, ein neues Machwerk vor, das sich doch etwas vom Vorgänger „Abyssinia“ unterscheidet. Tony Reed nimmt dazu ausführlich Stellung, wie auch zum Mos Generator-Status in seinem Heimatland sowie den Unterschieden zwischen der amerikanischen und der europäischen Rocklandschaft. Klar, dass bei einem leidenschaftlichen Vinyl-Sammler wie ihm auch das Thema „Schwarzes Gold“ behandelt werden muss.

Wie beurteilt Tony Reed den neuen Longplayer „Shadowlands“, insbesondere auch im Hinblick darauf, dass sich das Werk zum Vorgängeralbum „Abyssinia“ (2016) in ein paar Bereichen unterscheidet?
„Ich bin mit ‘Shadowlands’ wirklich zufrieden, sehr sogar. Mir ist wichtig gewesen, mit dem Rundling ein paar Schritte voranzugehen, quasi die Entwicklung von Mos Generator voranzutreiben, ein paar Veränderungen einzubauen, ohne jedoch das Grundgerüst zu stark zu verändern. Es hätte ja nichts genutzt, wenn zum Ende hin niemand mehr Mos Generator heraushören würde. Dies ist die eigentliche Herausforderung gewesen. So denke ich, dass wir unter Beibehaltung des gewohnten Stils einige zumeist progressive Elemente haben einfließen lassen und zudem ein paar andere Dinge. Summa summarum bin ich glücklich damit, wie ‘Shadowlands’ ausgefallen ist, was im Nachhinein betrachtet bei ‘Abbyssinia’ nicht so gewesen ist. Die neue Platte ist auch die erste mit der komplett neuen Mos Generator-Besetzung. Auf dem Vorgänger war alles im Wechsel, fand der Line-up-Umbruch statt, sodass einige Sachen noch mit den alten Musikern aufgenommen worden sind, andere mit den Nachfolgern. Die frischen Jungs haben natürlich logischerweise viele Einflüsse mitgebracht, wobei wir auf den zurückliegenden Tourneen besser zusammengewachsen sind.
Anfänglich sah’s so aus, als würde ‘Shadowlands’ noch um einiges mehr experimenteller ausfallen, als die Scheibe nun tatsächlich ist. Wir waren viel live unterwegs, und da veränderte sich meine Sichtweise, mehr hin zu Tracks, die flott vorangehen, aggressiver rüberkommen. Gemeinsam Stücke zu schreiben, ist für uns schwierig, lebt zum Beispiel unser Schlagzeuger Jon Garrett ganz weit weg von mir. So müssen wir die Phasen nutzen, wenn wir zusammen sind. Das heißt, es werden Jam-Sessions aufgenommen, die an sagen wir zwei, drei Tagen zusammenkommen. Daraus ziehe ich Songideen, entwickle die ersten Demos. Dann versuchen wir das wieder gemeinsam umzusetzen, bis ein Stück entsteht. Das heißt jedoch nicht, dass wir wahnsinnig lange an den Sachen rumexperimentieren, zumeist entsteht alles doch relativ schnell. Ich mag’s nicht, zu lange mit einem Track beschäftigt zu sein, das raubt fast immer jegliche Spontanität. Von daher war ich auch sehr froh, wie sich Sean [Booth: Bass] und Jon [Garrett: Schlagzeug] eingebracht haben, hat dies bei der Entstehung der Scheibe unheimlich viel geholfen.
Logischerweise werden wir mit dem Werk touren und hoffen, dass sich noch an uns erinnert wird. Ich hoffe auch, dass die Leute die Mos Generator-Besetzung dafür respektieren, was sich auf ‘Shadowlands’ an Musik wiederfindet, wie viel Mühe wir uns mit den Songs gegeben haben. Schön wäre es natürlich zudem, wenn sich alles in entsprechenden Verkaufszahlen zeigen würde, denn davon leben letztendlich Label und wir.“

Wie sind die Wochen zum Release; eure Arbeit ist abgeschlossen, es lässt sich nichts mehr verändern?
„Um ehrlich zu sein, ich habe mir die Stücke schon ganz lange nicht mehr angehört, kurz vor dem Mastering zum letzten Mal. Würde ich das nicht machen, täte ich irgendwann mal durchdrehen, denn ich kenne mich: da noch ein wenig was verändern, dort dann und weiter. Nein, denn irgendwann muss Schluss sein. Zur Tournee präge ich mir dann insbesondere die Soli wieder ein, das ist’s jedoch dann gewesen. Ich verlasse mich da lieber auf meine Frau; sie ist meine beste Kritikerin und findet ‘Shadowlands’ wunderbar.“

Für eine amerikanische Combo wie Mos Generator ist’s sicherlich ein enormer Vorteil, nun schon seit einigen Jahren in der französischen Company Listenable einen europäischen Partner an der Seite zu wissen.
„Die Antwort ist schlicht und ergreifend: Ja. Wobei wir uns, was den Livesektor angeht, 2018 mehr auf die Staaten konzentrieren werden. Es gilt, die Scheibe vertriebstechnisch anzukurbeln, da wir drei bis vier Monate in den USA live unterwegs sind. Wir haben das tolle Angebot bekommen, viele Shows zusammen mit Fu Manchu bestreiten zu können. Diese Chance durften wir einfach nicht ausschlagen. Es ist nämlich nicht so leicht, an anständige Gigs zu kommen und auch genügend Leute mit den Auftritten zu erreichen. Europa ist jedoch immer noch extrem wichtig für uns, da die Aufmerksamkeit, die man uns schenkt, einem guttut. Die Unterschiede auf Tour zwischen Europa und Amerika sind immens, in allen Bereichen. Bei euch ist’s viel, viel besser. Mehr Publikumszuspruch, die Clubs treten dir respektvoller gegenüber: Umkleiden, Essen, Technik, Bezahlung und so weiter. Hier bekommst du als Catering häufig einen Fraß hingestellt, der jeder Beschreibung spottet – und ich bin wirklich nicht verwöhnt.“

Nun aber kommen neben eigenen Shows die Auftritte mit Fu Manchu.
„Letzten November hatten wir bereits die Möglichkeit, vier Gigs für sie eröffnen zu dürfen, alle waren ausverkauft, sogar der an einem Dienstag. Alles hat da gepasst und war in puncto Reputation wirklich gut für Mos Generator. Wir merkten schnell, dass dieses Package hilfreich für uns ist, die Band diese Unterstützung benötigt. Von daher sind wir sehr dankbar für die Möglichkeit, Fu Manchu auf ihrer Tournee begleiten zu können. Man muss eben wissen, dass das Publikum in den USA ganz anders als in Europa gestrickt ist. Cool und hip, dann kommst du an. Häufig hat’s weniger mit der Musik zu tun, die die Gruppe spielt. In Europa kommen die Leute wegen der Musik. Mos Generator sind schon immer eine Band, die sich ausschließlich auf die Musik konzentriert, kein Hype außen rum, kein besonderes Image. Den Quatsch braucht niemand bei uns und das ist mit ein Grund, warum man mit dem puren Sound wie bei Mos Generator ohne Zugaben dazu in Amerika wesentlich schwerer punkten kann.“
Text: Marco Magin

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