Alan Parsons

Magische Momente

Alan Parsons lernte in den legendären Abbey Road Studios in London, hatte mit den Beatles zu tun; als Toningenieur veredelte er klanglich Pink Floyds Meisterwerk „The Dark Side Of The Moon“ (1973) und war auch als Produzent für unter anderem John Miles oder Al Stewart tätig. 1975 dann die Gründung des Alan Parsons Project mit seinem Partner Eric Woolfson und Klassikern wie „Tales Of Mystery And Imagination – Edgar Allan Poe“ (1976), „I Robot (1977) oder „Pyramid“ (1978). Nach dem Ende des Alan Parsons Project machte er als Alan Parsons beziehungsweise live dem Alan Parsons Live Project weiter. Nach langer Plattenpause legt er in „The Secret“ nun einen aktuellen Studio-Longplayer vor.

 

„Mein letztes Album ‘A Valid Path’ (2004) unterscheidet sich durch die Hinwendung zur elektronischen Musik doch stark von meinen anderen Platten, von daher wollte ich wieder mehr zu dem Sound zurück, mit dem meine Musik und ich in Verbindung gebracht werden. Ich weiß, dass 15 Jahre eine lange Zeit sind, aber in der Phase lag ich nicht auf der faulen Haut, bin ganz im Gegenteil mit anderen Dingen beschäftigt gewesen. Ich produzierte, war als Alan Parsons Live Project in einigen Ländern unterwegs, heiratete, bin umgezogen und noch einiges anderes mehr. Letztendlich ist’s dann mein Label Frontiers gewesen, die mit der Frage einer neuen Scheibe an mich herangetreten sind. Zuvor gab’s mit der Company ja bereits den Release einer Liveplatte, die in Madrid mitgeschnitten worden war. Als es dann seitens Frontiers das Angebot über den Deal gab, existierte noch keine Sekunde Musik, was für das Vertrauen spricht, das die Verantwortlichen in mich setzten. Und dies ist natürlich ein großer Ansporn gewesen, dass jemand an dich glaubt, ohne vorher irgendwelche Demos gehört zu haben. Nach der Vertragsunterzeichnung machte ich mich dann auch gleich an die Arbeit; summa summarum brauchten wir für ‘The Secret’ rund ein Jahr.“

 

Im Laufe seiner vielen Veröffentlichungen hat Alan Parsons auch etliche Konzeptalben rausgebracht. Ist „The Secret“ auch eines?

„Ja, das auf jeden Fall, zieht sich die Thematik der Geheimnisse wie ein roter Faden durch alle Stücke. Schon wenn du das Cover siehst, merkst du die Verbindung zum Magischen, übrigens eine große Leidenschaft von mir. Die Zeichnung zeigt einen Musiker, der auf einer weiten Strecke mit weißen und schwarzen Tasten läuft, wir nennen das ‘The Magic Ones’.“

 

„The Secret“ besitzt etliche nette Momente, vor allem „Miracle“ mit Sänger Jason Mraz und die beiden durch Todd Cooper gesungenen „One Note Symphony“ beziehungsweise „Requiem“ zählen zu meinen Favoriten.

„Wir werden unsere Shows der diesjährigen Tournee mit ‘One Note Symphony beginnen. Es wird für die Leute sicherlich eine Überraschung sein, dass wir mit einem brandneuen Titel unsere Auftritte beginnen.“

 

Alan Parsons Faible für magische Momente zeigt sich nicht nur auf „The Secret“, so ist er auch ein Mitglied im Magic Castle in Los Angeles und arbeitete auch mit der japanischen Firma Tenyo zusammen, die ein großes Sortiment an „Zaubertricks“ in ihrem Sortiment hat. Von daher würde es sich anbieten, ein paar ganz spezielle Elemente in die Liveshow einzubinden.

„Wir arbeiten daran; und ich stehe im Kontakt zum Präsidenten des Magic Castle, um für die Tour ein paar Dinge in dieser Richtung präsentieren zu können.“

 

Mit „The Secret“ ist Alan Parsons stilistisch breit aufgestellt: poppige Sachen, symphonische Parts, Rock, ein paar Bezüge zur Klassik und mehr. War das im Vorfeld so geplant oder ist’s ein Resultat, dass auf dem Longplayer verschiedene Sänger zu hören sind?

„Ich bin schon immer ein Freund davon gewesen, meine Songs durch verschiedene Frontleute singen zu lassen. Es ist quasi eines meiner Markenzeichen, so dass ‘The Secret’ damit keine Sonderstellung besitzt. Mehr als einen Sänger zu haben, erweitert die Möglichkeiten. Todd Cooper ist ja auf zwei der von dir vorhin benannten Titel zu hören. Ein Juwel ist ganz sicher Jason Mraz, den ich vor zwei Jahren über einen gemeinsamen Nachbarn kennengelernt habe. Es ist an der Zeit, dass Jason, der auf ‘The Miracle’ zu hören ist, einem größeren Publikum bekannt gemacht wird, denn stimmlich ist er ganz große Klasse. Ich möchte aber auch die anderen nicht unterschlagen, sie lieferten einen tollen Job ab, wie zum Beispiel Lou Gramm [ex-Foreigner] mit ‘Sometimes’. Der Kontakt zu ihm kam über meinen Gitarristen Jeff Kollmann zustande, der mit ihm bereits einige Gigs in seiner Band gespielt hat. Persönlich getroffen haben wir uns immer noch nicht, der Austausch fand nur übers Internet statt. Es ist ja kein Problem, Files hin und her zu schicken, ganz anders als früher. Gemeinsam in einem Studio einen Song aufzunehmen, das ist schon fast die Ausnahme, vor allem dann, wenn die Beteiligten weit voneinander entfernt wohnen und leben.“

 Alan Parsons hat in seinem Leben viel erreicht und muss niemandem mehr beweisen, was er draufhat. Dennoch existiert zu „The Secret“ sicherlich der eine oder andere Wunsch.

„Ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Werk zu der Popularität zurückkommen können, die wir mit dem Alan Parsons Project besaßen. Dafür gilt es natürlich im Vorfeld zum Release des Longplayers einiges zu tun, was die Präsentation der Scheibe angeht. Und so arbeiten das Label und ich hart an der Promotion-Schiene mit vielen Interviews und anderem mehr. Das ist eine Grundvoraussetzung, denn ein Album herauszubringen und dann zu hoffen, ohne zugehörige Werbemaßnahmen etwas zu erreichen, ist ein Glücksspiel, das selbst ich mit meinem Namen nicht eingehen möchte. Von daher auch die beiden schon veröffentlichten Singles mit Videos, um viel an Aufmerksamkeit zu erzielen.“

 Alan Parsons ist in der Musikbranche bereits seit langem aktiv. Ist er manchmal überrascht, wie viele Dekaden seit den späten Sechzigern und frühen Siebzigern mit seinen ersten Schritten bereits vergangen sind?

Alan lacht laut: „Natürlich bin ich das. Mit jedem Jahr, das vorbeigeht, wundere ich mich, dass ich immer noch aktiv bin. Heutzutage kannst du in der Branche froh sein, drei bis vier Jahre zu überleben, und ich habe das Glück, nun seit fast fünfzig Jahren tätig zu sein. Ich bin mir darüber bewusst, dass ich mit meinen siebzig Lenzen nicht mehr so lange mitmischen werde, denn speziell das Herumreisen, wenn du live unterwegs bist, fordert seinen Tribut, ist anstrengend. Als Alternative bleibt ja noch, sich mehr auf die Studioarbeit zu konzentrieren, die Shows in den Hintergrund zu stellen.“

Text: Marco Magin

Pic: Simon Lowery 

...........Fortsetzung im aktuellen BREAK OUT 02/2019 - ab sofort druckfrisch am Kiosk oder im Bahnhofsbuchhandel !!!
oder:

 



Hier unsere aktuelle Ausgabe 2/2019! Erhältlich für 3,90 Euro in allen gut sortierten Zeitschriftenläden und Bahnhofsbuchhandlungen!!!!!

Das nächste Heft erscheint am 28. Juni 2019!!!!


Für das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe klickt ihr bitte hier. Die Top-Themen des neuen Heftes findet ihr unter dem Navigationspunkt 'Themen'!
   
Hier findet ihr unsere vier aktuellen Tipps des Monats. Einfach auf die nachstehenden Links klicken und schon gehts los:
Whitesnake
Hardline
Tora Tora
Strife
   
Hier ist unser Search-Engine, mit dem ihr sämtliche Breakout-Seiten auf die Schnelle durchsuchen könnt.



 
   
 

ImpressumDatenschutz