Magnum

Verloren im Wunderland

An meine ersten Begegnungen mit den musikalischen Kunstwerken dieser außergewöhnlichen Rockband von der Insel erinnere ich mich gerne zurück Während andere Rockfans bereits vermehrt moderneren Klängen lauschten, zogen mich dagegen Alben wie „Kingdom Of Madness" und „On A Storyteller’s Night“ regelrecht in einen Bann. Einige wenige Jahre später, also gefühlte zehn, tatsächlich sind es allerdings mittlerweile über dreißig an der Zahl, liefert diese außergewöhnliche Band immer noch beeindruckende Weltklasse Songs ab.

So dreht nun ganz aktuell das neueste Werk „Lost On The Road To Eternity“ seine Runden und siehe da, das „dynamische Duo“ Bob Catley und Tony Clarkin hat es immer noch drauf. Der bestens aufgelegte Sänger meldet sich aus seiner Heimat, um ein bisschen über die neue Scheibe und Magnum an sich zu plaudern.

Erneut besticht das Artwork des aktuellen Albums, das erneut der Magnum-Haus-und-Hof-Zeichner Rodney Matthews entworfen hat, durch seine Vielzahl an Details, die er malerisch perfekt umgesetzt hat. So stellt das Cover auch einen direkten Bezug zum Albumtitel her, wie Bob verrät.
„Ich finde, Rodney hat das wieder einmal sehr gut getroffen. Das Cover spiegelt den Albumtitel ganz gut wider und wenn du dir die Zeichnung etwas genauer ansiehst, dann erkennst du eine Vielzahl an bekannten Charakteren aus der Märchenwelt beziehungsweise aus Kindergeschichten. Sie alle treffen sich an irgendeinem Ort im Wald und wirken dabei tatsächlich auch etwas verloren auf ihrem Weg.“

Ehrlich gesagt musste ich beim ersten Betrachten ein bisschen an „Shrek“ denken, ein Film, in dem sich ja bekanntlich ebenfalls die unterschiedlichsten Märchenfiguren tummeln.
„Ja, da gibt es durchaus Parallelen, allerdings sind hier auf dem Cover ebenso der Tod sowie ein Engel zu sehen. So kommen sowohl das Gute als auch das Böse zum Ausdruck. Wenn Tony an einem neuen Album arbeitet, dann setzen er und Rodney sich zusammen und sprechen darüber, wie das Cover-Artwork aussehen könnte. Danach legt Rodney los und verwirklicht sich als Künstler.“

Schade, dass die vielen Details auf dem kleinen CD-Cover gar nicht so richtig zur Geltung kommen können.
„Ja, das ist wirklich schade, aber unter anderem deshalb gibt es die Scheibe ebenfalls als Vinyl zu kaufen und da erkennt man schon einiges mehr.“

Die Rückkehr zu Vinyl dürfte demnach alle Cover-Künstler freuen. Wovon handelt nun „Lost On The Road To Eternity”?
„Das lässt sich nicht ganz so einfach erklären. Das Gute an Tonys Texten ist vor allem die Tatsache, dass sie dich manchmal zwar auch etwas verwirren können, anderseits aber immer die Möglichkeit offen halten, dass sich jeder seine eigene Vorstellung davon machen kann, um was es eigentlich geht. So bleiben für jeden genügend Interpretationsmöglichkeiten. Ich möchte da gar nicht zu tief in einzelne Texte eintauchen. Einige Songs sprechen für sich und es ist offensichtlicher, worum es geht, andere wiederum lassen eben gewisse Freiräume für eigene Interpretationen. Solange dir ein Lied gefällt, passt es. Und seien wir ehrlich, die Hälfte aller Beatles-Songs sind im Grunde textlich Nonsens, aber die Stücke an sich sind brillant und ihre Alben haben sich millionenfach verkauft. Beim aktuellen Titelsong geht es beispielsweise unter anderem darum, dass wir derzeit in einer Welt leben, in der du dich schon ein bisschen verloren fühlen kannst. Man ist von so vielen Menschen umgeben, die scheinbar nur so vor Energie strotzen und das auch bei jeder Gelegenheit kundtun. Da kann es schon passieren, dass du dir manchmal etwas verloren vorkommst. Der Track lässt sich aber ebenso ohne tieferen Sinn dahinter genießen, einfach nur so als guter Rocksong, der von einem Orchester unterstützt wird. Bei diesem Song unterstützt mich übrigens mein Freund Tobias Sammet, der im Duett mit mir singt.“

Ist das als kleines Dankeschön für die bisherigen Avantasia-Gastspiele von Bob Catley zu sehen?
„Vielleicht, denn es war Tobis Idee, von der wir wirklich gleich von Beginn an begeistert waren. Das Stück selbst hat allerdings Tony geschrieben, so wie er alle Magnum-Songs schreibt. Ich bin nur der Sänger.“

Da muss Bob selbst lachen. Irgendwie scheinen Magnum mit „Lost On The Road To Eternity“ eine passende rockige Antwort auf das vor rund einem Jahr erschienene reine Balladen-„Best-of“-Album „The Valley Of Tears” zu geben.
„Na ja, das war eben eine Zusammenstellung unserer besten Balladen und eine wirklich gute Idee der Plattenfirma, das einmal in die Tat umzusetzen. Die aktuelle Scheibe ist dagegen wieder ein richtig gutes Rockalbum geworden mit coolen Songs, die unsere Fans mögen werden. Einige Tracks werden sicher bald zu den Bandklassikern gehören.“

Mit Rick Benton und Lee Morris haben Magnum seit geraumer Zeit zwei neue Bandmitglieder mit an Bord.
„Die beiden Musiker konnten es lange nicht glauben, dass sie tatsächlich Bestandteil von Magnum sind und bei uns spielen. Das war anfangs schwer vorstellbar für die Jungs, was ich wiederum als wirklich schönes Kompliment für uns auffasse. Rick ist ein sehr talentierter Keyboarder, der schon seit einem Jahr mit dabei ist.“

Für den bisherigen so beliebten Drummer Harry James sitzt nun Lee Morris am Schlagzeug, ein Musiker, der ursprünglich eigentlich aus einer etwas anderen musikalischen Ecke kommt und unter anderem bei Paradise Lost aktiv war.
„Ich kenne Lee schon seit den Neunzigern, als ich mit Gary Hughes an einem meiner Soloalben arbeitete. Mit Harry James ergab sich leider zunehmend das Problem, dass seine Aktivitäten mit Thunder immer mehr wurden. Er hatte ja im Grunde Thunder nie wirklich verlassen und wir hatten ihn anscheinend irgendwie nur ausgeliehen. Als die zeitliche Beanspruchung mit Thunder immer mehr wurde und das letztlich auch Auswirkungen auf unsere Bookingpläne mit sich brachte, wurde das leider zu einem Problem. Ich glaube schon, dass Lee in die Fußstapfen von Harry James treten kann. Er ist ein großartiger Drummer und er bringt viel Enthusiasmus mit. Unsere Fans können Anfang nächsten Jahres beide neuen Musiker live auf der Bühne erleben.“
Text: Tom Klaner

 

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